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Gut der Familie von Graevemeyer |
Geschichtliches aus Bemerode
Im Jahre 1204 tritt der Ort erstmalig in das Licht der Geschichte, indem er als Bemungerode
schriftlich erwähnt wird. Seine Namensform wechselt dann über Bevingerode zum heutigen
Bemerode. Es ist möglich, dass eine Rodung am Rande einer Wiese Bewie (Bebie) hier
prägend war, auch wird die Sippe eines Bevo vermutet, die als Gemeinschaft erstmalig sich
hier ansiedelte, so wie die Wülfinge im benachbarten Wülf(ing)erode einst sesshaft wurden.
Ritter Jordan II. von Ilten wird um 1270 als "Herr auf Bemerode" genannt, und danach
erscheinen die Adelsgeschlechter von Escherte und von Hallermund hier als Lehnsherren. Die nahe
Bemerode am Rande der Seelhorst einst gelegene Garkenburg kann als alter Herrensitz gelten, von
dem aus die Ausübung der Gerichtsbarkeit sich bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts erhielt,
d.h. später auf Bemerode überging unter den Herren von Rautenberg, Berkelmann, Gerding
und von Graevemeyer.
Neben diesem allgemein als adliges Gut bezeichneten Hof der Familie von Graevemeyer entstand
1891 durch Erbschaft und Zusammenlegung von Hofstellen das Rittergut Bemerode II der Familie
Mörlins. Beide Güter zusammen bewirtschafteten lange Jahre den größten Teil
der Feldmark von Bemerode, bis dann die fortschreitende Wohnbebauung den Ackerbau allgemein fast
völlig zum Erliegen brachte. Nur Restflächen werden heute noch landwirtschaftlich genutzt.
Der Zehnte des alten Bevingerode wird in Urkunden h¨ufig zusammen mit denen der Ortschaften
Wenderode und Anecamp genannt, so seit 1293. Das kleine Wenderode bestand nur aus wenigen Hofstellen
und lag an der Stelle der heutigen Einmündung des Steinkampwegs in die Brabeckstraße,
die Dorfstelle Anecamp jedoch mit 11 Höfen am Hange des Kronsberges in Verlängerung der
jetzigen Von-Escherte-Straße. Die Gemarkungen dieser drei Siedlungen gingen als Einheit in der
von Bemerode auf, wobei jedoch die meisten Inhaber der Anecamper Hofstellen sich nach Kirchrode
orientierten, daselbst sesshaft wurden und von dort aus ihre Ländereien bewirtschafteten.
Bemerode hatte 1689 gemäß einer damals erstellten Steuerrolle 189 Einwohner und etwa
100 Jahre später werden im Ort 25 Feuerstellen gezählt. Neben dem adligen Gericht hatte
die Erbenzinsmühle auf dem Kronsberg durch viele Jahre eine besondere Bedeutung. Eine
Gerichtslinde mit der Rodeaxt an der Wurzel und dazu eine Windmühle finden sich deshalb
symbolhaft im Wappen der Gemeinde Bemerode wieder, die bis 1974 ihre Selbständigkeit bewahrte,
ehe sie zum Stadtteil der Landeshauptstadt Hannovers wurde. Der Grenzänderungsvertrag bescherte
damals in Verbindung mit dem Wechsel der Messe von Laatzen zu Hannover der Feldmark Bemerodes zwar
eine Ausweitung im Südosten bis an den Messeschnellweg, aber dort entstanden die Pavillons der
Nationen zur EXPO 2000, und der neue Stadtteil Kronsberg bedeckt mit seinen Neubauten die seit
Jahrhunderten genutzten Ackerflächen des einstigen Bauerndorfes Bemerode.
(Text von Paul Theile aus "Kronsberger Geschichtsblätter") |